







Blüthner Model 190 — ein Flügel aus Leipzig, 190 cm lang, schwarz hochglanz, Schellackpolitur.
Ein Instrument für den fortgeschrittenen Spieler, der zu Hause eine Flügelmechanik und einen vollwertigen Bass will, und für den größeren Wohnraum, in dem ein Flügel nicht eingezwängt steht, sondern seinen Platz hat.
Blüthner baut seit Mitte des 19. Jahrhunderts in Leipzig; das Haus ist für seine Aliquot-Besaitung bekannt, bei der im Diskant eine vierte, nicht angeschlagene Saite mit den drei anderen mitschwingt. 190 cm liegen in der Mitte der Flügelreihe: deutlich mehr Basssaite als jedes Klavier, aber noch weit vom Konzertflügel entfernt. Die Flügelmechanik repetiert schneller als jede Klaviermechanik, Triller und Tonwiederholungen gehen leichter von der Hand. Zwei Pedale: rechts hält den Ton, links verschiebt die Mechanik und macht den Klang leiser und weicher. Ein Sostenuto-Pedal gibt es nicht — wer es für sein Repertoire braucht, sollte das vorher wissen.
Schellack ist eine Handpolitur und will so behandelt werden: kein Wasser, kein Alkohol, keine heißen Tassen, nur ein weiches trockenes Tuch.
Mit 146 cm Breite und 190 cm Länge braucht der Flügel mit Bank rund 3,5 m², besser mehr, damit man um ihn herumgehen kann. Nicht an die Heizung, nicht in die Sonne: Feuchteschwankungen verstimmen ihn. Er wiegt 330 kg; bewegt wird er ausschließlich von Klaviertransporteuren, die Beine und Lyra abnehmen und ihn hochkant auf dem Brett tragen. Wer abends spielt und Nachbarn hat, lässt in einen akustischen Flügel ein Silent System einbauen und spielt mit Kopfhörern weiter.
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Eine kuratierte Auswahl, die dieselbe Handwerkskunst, denselben Charakter und denselben Klang teilt.








